Archiv des Autors: Christian Frey

Digitale Ausstattung verbessern!

Eines der großen Probleme des Distanzlernens ist der Mangel passender Computer-Infrastruktur in einigen Haushalten. Ganz besonders ärmere Familien können sich nur wenig oder auch oftmals gar keine digitale Ausstattung leisten. Gute Rechner sind teuer, Mobiltelefone und Tablets können nur sehr begrenzt als Ersatz eingesetzt werden. Obwohl ich da auch andere Erfahrungen gemacht habe – es ist erstaunlich, was die jungen digital natives auf ihren Handys so vollbringen.

Eine Lösung könnte der Raspberry Pi sein. Der Kleincomputer wurde entwickelt, um niederschwellig und kostengünstig als informatisches didaktisches Mittel eingesetzt zu werden. Man könnte auch sagen: Damit man damit basteln kann. Mittlerweile gibt es die vierte Generation des kleinen Wunderdings, die jetzt auch integriert in eine Tastatur angeboten wird. Das Betriebssystem ist ein kostenfreies und quelloffenes Linux, das schon mit sehr viel nützlicher Software ausgeliefert wird. Nachinstallationen sind problemlos möglich.

https://www.raspberrypi.org/blog/closing-the-digital-divide-with-raspberry-pi-computers/

Die Preise für den Raspberry Pi sind wirklich moderat. Für etwa 115 € bekommt man den Raspberry Pi 400, das Modell mit Tastatur. Dazu gibt es eine Maus, das Netzteil und ein wirklich gut gemachtes Buch.

Was brauchen wir noch? Einen Monitor – für ein günstiges Modell darf man etwa 100 € veranschlagen. Eine passende Webcam gibt es für etwa 30 € im Handel. Wenn man auf einen Drucker verzichtet läge man insgesamt bei einem Anschaffungspreis von etwa 250 €. Ein möglicher Weg, um schlecht ausgestatteten Familien eine digitale Teilhabe zu ermöglichen!

Distanzlernen

Die Erfahrungen der letzten Zeit haben uns gelehrt, das Distanzlernen eine besondere Herausforderung für Schüler und Lehrer ist. Mir sind fünf Punkte besonders wichtig:

  1. Rede mit den Kindern, den Eltern, den Kollegen. (Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. Was uns allen fehlt, ist der Austausch. Vieles lässt sich durch ein Gespräch klären. Versuche immer, soviel Nähe herzustellen, wie möglich – ohne dabei nahe zu sein. Fordere von den Kindern ein, dass sie die Kamera anmachen, rufe die Eltern an, bevor sie dir schreiben, nimm dir Zeit für deine Kollegen.)
  2. Reduziere den Stoff, denn weniger ist manchmal mehr. (Zuhause ist nicht in der Schule. Vergiss nicht, dass die Arbeitssituation der Kinder momentan nicht mit der in der Schule vergleichbar ist. Deswegen nutze deine Expertise, um auf Notwendiges zu reduzieren.)
  3. Fordere, aber überfordere nicht. (Du darfst ruhig etwas von den Kindern erwarten. Aber du darfst nicht Zuviel erwarten.)
  4. Achte auf dich. (Du bist ein wichtiger Teil der Gesellschaft, denn du kümmerst dich um lernende Kinder. Deswegen darfst du dich auch nicht überfordern. Lass es zu, dass du nicht perfekt bist. Fehler machen ist erlaubt!)
  5. Halte dich an die Schulzeiten. (Eine Tagesstruktur ist gerade nicht durch äußere Faktoren gegeben. Du hast die Verantwortung, den Kindern und dir gegenüber, diese aufrecht zu halten. Beginne den Tag früh und beende ihn pünktlich. Halte dich bei der Kommunikation mit den Kindern an den Stundenplan.)

Historische Gemütlichkeit, oder: Warum ein Feuer im Haus so wichtig ist.

Die Frage, welche Bedeutung ein Feuer in Herd, Ofen oder Kamin heute haben kann, treibt mich schon eine ganze Weile um. Die ersten Gedanken daran kamen mir, als ich vor einem Feuer saß und in die Flammen schaute. Feuer – und besonders ein offenes – übt eine seltsame Faszination aus. Der Tanz der Flammen, die Geräusche, die Wärme geben ein Gefühl von behaglicher Gemütlichkeit. Ein Feuer regt an, seinen Gedanken nachzuhängen, Geschichten zu erzählen und zu singen. Ich glaube, dass Feuer eine sehr zentrale Rolle in der Geschichte spielte. Dabei muss Feuer in den ersten Begegnungen dem frühen Menschen jedoch große Angst gemacht haben. Die zerstörerische Wirkung und die Gefahr, die von einem ungezähmten Feuer ausgeht, stellt immer noch eine große Bedrohung für Menschen dar. Ein eingehegtes Feuer aber, ein gezähmtes Feuer, ist die Quelle von Gemütlichkeit. Wo beginnt aber die Gemütlichkeit in der Geschichte? Weiterlesen

Elmsburg und Lucklum – der Deutsche Orden in der Elmregion

Christian Karl Frey, Wahrenholz

Als sich der Deutsche Orden 1190 in Akkon im Nahen Osten gründete, war er zunächst eine Spitalbruderschaft. Sein Sinn sollte die Versorgung von Kranken und Verwundeten sein, die es dort damals – im Zeitalter der Kreuzzüge – zu Genüge gab. Als Vorbild dienten die damals schon fast 100 Jahre alten Orden der Templer und Johanniter. Kaufleute aus Lübeck und Bremen schlossen sich zusammen, um ein Feldhospital bei der Belagerung Akkons zu betreiben, das zur Keimzelle des neuen Ritterordens werden sollte. 

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Fünf Jahre Herzog in Braunschweig

Ernst August und Viktoria Luise als das letzte Herzogspaar in Braunschweig von der Hochzeit 1913 bis zur Revolution 1918[1]

Christian Karl Frey, Wahrenholz

Die Geschichte des letzten Braunschweiger Herzogspaares begann in einem Pferdestall. Viktoria Luise schrieb in ihrer Biographie, dahin hätte sie Ernst August von Cumberland geführt, als dieser die Familie des Deutschen Kaisers besucht habe. Sein älterer Bruder, Georg Wilhelm, war bei einem Autounfall in Brandenburg gestorben. Der deutsche Kaiser schickte zwei seiner Söhne und ein paar Zieten-Husaren, um dem toten Erben der ehemaligen Könige von Hannover das letzte Geleit zu geben. Um sich für diese Freundlichkeit zu bedanken, wurde Ernst August nach Potsdam geschickt, wo er die Tochter des deutschen Kaiserpaares traf. Nachdem er zunächst recht verlegen gewirkt habe, so schildert Viktoria Luise in ihren Memoiren, habe sie ihn in den Pferdestall geführt und ihm ihre Vollblüter vorgeführt, schließlich sei er ein Kavallerist gewesen. Hier sei der junge Oberleutnant mehr und mehr aufgetaut: „die Unterhaltung wurde legerer und die Teestunde gemütlich.“[2]

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Gedanken zu: dem Umgang mit Geschichte

Nostalgie scheint mir ein wichtiger Antrieb zu sein, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen. Und dabei ist Nostalgie ein weiches Bett, in das man sich legen kann: Wir ergehen uns in der Liebe zur Vergangenheit, weil wir meinen, darin die „gute alte Zeit“ zu entdecken. Eine Zeit, in der alles noch etwas einfacher war, in der alles noch nicht so gehetzt und so komplex war. In der man noch ohne Smartphone und Internet leben konnte, in der man nicht immer erreichbar war und es im Winter noch schneite. Und es im Sommer Hitzefrei gab. Weiterlesen

Latein anders lernen, Pars Prima

Kann man Latein anders lernen, anders lehren? Ich glaube fest daran, dass es geht. In einer losen Serie von Beiträgen möchte ich andere Wege aufzeigen, wie Begeisterung für diese wunderbare Sprache geweckt werden kann. Die ausgetretenen Pfade der althergebrachten Grammatiken, die abschrecken, vieles sehr kompliziert erscheinen lassen und der Entwicklung eines natürlichen Sprachgefühls entgegenstehen, sollen zumindest zeitweilig verlassen werden. Es soll jedoch darauf geachtet werden, immer die „Landkarte“ der traditionellen Grammatik als Referenz zu nutzen. Weiterlesen

#Unterricht – Überlegungen zum Einsatz des Hashtags in der Lehre

Der Hashtag (#), eigentlich ein Doppelkreuz oder Raute, dass es als Zeichen für Nummerierungen im Amerikanischen (#1 für Nummer 1) auf die traditionelle Computertastatur geschafft hat, ist bei der Jugend groß in Mode. Dabei hat es seine ursprüngliche Bedeutung schon längst verloren. Mittlerweile wird es als Meta-Tag und Kommentierung eingesetzt und kann in nahezu allen sozialen Netzwerken gefunden und angewendet werden.

„What’s in a picture? A summery of the work at Ballintober #Castle #archaeology“
Castle Studies Trust (@CastleStudies) auf Twitter, 07.09.2015

Für Jugendliche ist die Verwendung von Hashtags absolut normal. Sie verwenden diese Ausdrucksform ganz natürlich und ohne Bedenken. Sprachlich ergeben sich so ganz neue Formen des Ausdrucks: Kurze Aussagen werden mit anderen verknüpft, kommentiert und kategorisiert; es werden Kontexte aufgezeigt und Verbindungen erstellt. Darin liegt auch für den Unterricht großes Potenzial. Weiterlesen

Castella Maris Baltici XIII in Dänemark

Unter dem Thema „Building a Castle – preparing for war or keeping the peace“ stand die diesjährige Burgenforscher-Konferenz Castella Maris Baltic, an der ich teilnehmen durfte. Die dänischen Gastgeber hatten sich die größte Mühe gemacht, um ein ansprechendes und abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Die Vorträge und Exkursionen brachten Einblicke in viele unterschiedliche Burgen rund um die Ostsee. Neben einigen neueren Forschungen, die vorgestellt wurden, gab es aber auch die schönsten Burgen Dänemarks zu sehen.  Weiterlesen